< Präsentation des Qualitätszirkel für Hausärzte vom 26.02.15 verfügbar
06.08.2015 18:00 Alter: 3 Jahre
Von: Dr. med. Manfred Blinzler

"Fußambulanz für Diabetiker" von der DDG wieder zertifiziert


Unterschrift für das Foto(von li nach re.): Über das Zertifikat freuen sich Isabell Peter, Natalie Förtschbeck, Monika Gold, Nadine Fröba, Frau Holtay-Meyer, Prof.Dr. Werner Bachmann, Dr.med. Manfred Blinzler

Unterschrift für das Foto(von li nach re.): Über das Zertifikat freuen sich Isabell Peter, Natalie Förtschbeck, Monika Gold, Nadine Fröba, Frau Holtay-Meyer, Prof.Dr. Werner Bachmann, Dr.med. Manfred Blinzler

„Der Diabetiker und seine Füße“

Die tägliche Inspektion seiner Füße sollte für jeden Diabetiker an erster Stelle stehen! Diese Selbstkontrolle ist noch wichtiger als eine Messung der Blutzuckerwerte!

Diabetiker werden 15 Mal häufiger an den unteren Extremitäten amputiert als Nichtdiabetiker. Besonders Diabetiker mit den typischen schmerzlosen Fußläsionen (Malum perforans, infiziert-neuropathischer Fuß) werden zu häufig amputiert. Aber auch bei Diabetikern mit arterieller Verschlusskrankheit oder einer Mischform von Arterienverschluss und Neuropathie könnten Amputationen oft vermieden werden.

Die Oppenheimer Erklärung der Deutschen Diabetesgesellschaft zählte schon 1993 auf, was Hauptursachen dieser unnötig hohen Amputationsrate sind:

  • Diabetiker, besonders solche mit Polyneuropathie/arterieller Verschlusskrankheit werden nicht angemessen über ihre Gefährdung aufgeklärt und geschult, sodass sie nicht ausreichend vorbeugen können;
  • die behandelnden Ärzte verkennen zu oft, dass mit den einfachsten Mitteln der Dekubitus-Behandlung über 70 % der diabetischen Fußläsionen zur Abheilung gebracht werden können, bevor eine Gangrän besteht; mit völliger Druckentlastung des lädierten Areals; täglicher Wundtoilette und systemischer Antibiotikabehandlung.

Multiresistente Erreger sind auf dem Vormarsch und fordern ein Überdenken unseres Umgangs mit Mikroben. Neue technische Verfahren ermöglichen einen Durchbruch in der Sicht auf das Zusammenwirken von Organismus und Hautflora, da nun hunderte von Mikroorganismen an ihren Genen gleichzeitig erkannt werden können. Das eingeschränkte Schmerzempfinden prägt das Krankheitsbild. Die zu Grunde liegende Polyneuropathie ist aber oft nicht in Ihrem Vollbild ausgeprägt, was die Diagnosefindung erschwert und den Betroffenen verunsichert. Der Diabetes ist für viele Patienten nicht das einzige schädigende Element.
Wie können wir uns der Herausforderung stellen, Menschen ohne Schmerzempfinden ein Leben lang mobil zu halten?

Diabetes-Schwerpunktpraxen in Bayern müssen  zahlreiche Qualitätsbedingungen erfüllen, wenn sie eine zertifizierte Fußbehandlungseinrichtung sind.
In Oberfranken erfüllen  nur  fünf Praxen diese Anforderungen:

personell muß der Praxisinhaber und die Diabetesberaterin zusätzliche Schulungen und regelmäßige Weiterbildung nachweisen, Hospitationen durchführen, geeignete Schulungsräume vorhalten für Einzel- und Gruppenberatungen, u.v.a.!
In 3-Jahres- Abständen wird geprüft, ob diese Bedingungen alle eingehalten werden, dazu sind Behandlungsberichte vorzulegen und ein kurzer mündlicher Vortrag bei der AG-Fuß, um das  Testat  zu erlangen. Innerhalb der Deutschen- Diabetes -Gesellschaft arbeiten in dieser „Arbeitsgemeinschaft Fuß“ verschiedene Berufsgruppen zusammen. Aufgabe und Ziel dieser AG ist die Verbesserung des Verständnisses, der Behandlung und der Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes mellitus und der diabetischen Neuropathie.

Als betroffener Patient oder Angehöriger können Sie auf der  Webseite www.ag-fuss-ddg.de geeignete Fußbehandlungseinrichtungen in einer Praxis, einer Klinikambulanz oder einer Klinik finden.

Das „Facharztzentrum Internisten Obere Stadt“ in Kronach hat seit vielen Jahren schon das Zertifikat der Deutschen Diabetesgesellschaft zur Fußbehandlung.

Die Anstrengungen des gesamten Diabetesteams der letzten Jahre haben sich gelohnt. Die Erneuerung des  Zertifikats ist eine  ausgezeichnete Bestätigung der guten Qualitätsarbeit und Ansporn für die nächsten drei Jahre.

Es freut sich das Diabetesteam des Facharztzentrums  mit den Ärzten Prof. Dr. Werner Bachmann und Dr. med. Manfred Blinzler, der leitenden Fachkraft Frau Nadine Fröba, Diabetesberaterin DDG Frau Holtay-Meyer, Med. Fachkraft Frau Monika Gold und den beiden Azubis Natalie Förtschbeck und Isabell Peter.